10.05.16

Der Weg vom Laien zum Immobilienprofi

Hallo geehrte Besucher der Azubiseite,

die drei Ausbildungsjahre neigen sich dem Ende zu. Anfang Mai geht es in die schriftliche Prüfung der IHK und einen Monat später in die Mündliche. Dementsprechend liegen viele Stunden des Lernens vor mir, die mir den Erfolg ermöglichen sollen.

In den drei Jahren gab es sehr viele Eindrücke, die mich geprägt haben. Dazu zählt zum Beispiel die Kommunikation innerhalb des Betriebes, der Kundenkontakt im Außendienst, die telefonische Beratung, aber auch das Konfliktmanagement, welches unweigerlich Teil des Berufes ist. Dadurch hat sich auch meine Persönlichkeit weiterentwickelt.

Neben den Erfahrungen, die ich im Berufsalltag gemacht habe, gab es natürlich noch den theoretischen Teil der Ausbildung, der sehr umfangreich ist. Viel Wissen, schwerpunktmäßig Begriffswissen und juristisches Denken, sind Teil dieser didaktischen Vermittlung.

Folgende Themen sind beispielsweise Grundlagen eines Immobilienkaufmanns, die wir nach der Prüfung beherrschen:

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Buchhaltung:

Wir lernen viel über die Theorie der Buchführung. Die Buchführung hat mehrere Funktionen, die für ein Unternehmen sehr wichtig sind. Es ist die systematische Dokumentation von Geschäftsfällen, die i.S.d. Gesetzgebers unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtend ist. Die finanzielle Lage eines Unternehmens wird durch die Buchführung erläutert. Einem Dritten kann dadurch ein Einblick in die finanzielle Lage eines Unternehmens ermöglicht werden (z.B. für Wirtschaftsprüfern). Teile dieser systematischen Dokumentation sind Beispielsweise die Führung von Grundbuch, Hauptbuch und Nebenbuch, das Soll-an-Haben-Prinzip, die Belegnotwendigkeit und schwerpunktmäßig die Dokumentation des Geldflusses.

Für einen Laien können die Begriffe verwirrend sein. Kurzgesagt werden in der Buchführung alle finanziellen Veränderungen erfasst. Ein gutes Beispiel ist die Mietenbuchführung. Erhält die Ideal die monatlichen Mieten, dann wird dies in unseren Büchern erfasst, um den Ertrag zu dokumentieren und Mietausfälle festzustellen.

Wirtschaft und Recht:

Zeigt uns Auszubildenden die Strukturen des deutschen Wirtschaftssystems in Verbindung mit unserem Rechtssystem. Diese Art von Unterricht vermittelt das Wissen der rechtlichen Grundlage an uns Azubis, das wir dann in die Praxis umsetzen. Oftmals gibt es nämlich Vorfälle, die in unserer Rechtsprechung und im Gesetz nicht eindeutig geklärt sind. Deshalb ist es für uns sinnvoll zu wissen, wie das bestehende Recht anzuwenden ist.

Außerdem besprechen wir Themen zur aktuellen Rechtslage, die unabdingbar für unseren Beruf sind. Die Regeln des HGB für Kaufleute oder die aktuellen Gesellschaftsformen.

Bewirtschaftung und Handel von Immobilien:

Ist im Grunde der Kerninhalt unserer Ausbildung. Hier fließen alle anderen Unterrichtsfächer mit ein. Es werden uns Themen wie die Erstellung von Heizkostenabrechnungen, Kündigungsschreiben, Wertermittlungsverfahren usw. beigebracht. All die Grundlagen, die wir für unsere Arbeit benötigen.

Diese Themenbereiche sind also Kerninhalte meiner Ausbildung und werden in der schriftlichen Prüfung abgefragt. Es gibt natürlich noch weitaus mehr Unterrichtsfächer, wie z.B. die Wahlqualifikationen, wie Bauprojektmanagement, Controlling oder Objektmanagement, bauen auf den zuvor genannten Lernkategorien auf.

Mich erwarten nun also zwei anspruchsvolle Monate, die mir in Zukunft die notwendige Sicherheit geben. Nicht nur für die Prüfungen, sondern auch darüber hinaus. Die Praxiserfahrungen ergänzen das Lernen, weil es mir durch sie leichter fällt, die Inhalte zu vertiefen. Sie ermöglichen ein schnelleres Verständnis.

Die mündliche Prüfung folgt im Sommer. Mit dem Bestehen beider Prüfungen bin ich ausgebildeter Immobilienkaufmann.

Doch auch nach der bestandenen Prüfung und mit der alttäglichen Arbeit, ist die Pflicht ständig Neues zu lernen, Teil meiner Arbeit. Der Immobilienmarkt verändert sich ständig. Rechtsprechung und Gesetzesänderungen bewirken, dass wir Immobilienkaufleute regelmäßig eigenständig dazulernen müssen.

Durch die Vorbereitung fühle ich mich Schritt für Schritt wie ein Profi. Mehr und mehr Wissen bereichert meinen Alltag. Das haben bereits viele meiner Freunde, Verwandte und Bekannte bemerkt und erkundigen sich deshalb nicht selten nach meiner Meinung. Das stärkt die Motivation und das Selbstwertgefühl. Ein toller Nebeneffekt.

Sollte dies mein letzter Bericht sein, hoffe ich, dass ich Ihnen den Werdegang zum Immobilienkaufmann näherbringen konnte. Es würde mich freuen, wenn Sie durch diese Eindrücke die Ausbildung zur/zum Immobilienkauffrau/Immobilienkaufmann gewählt haben. Vielleicht begegnen wir uns ja schon bald als zukünftige Kollegen.

Bis dahin verabschiede ich mich und wünsche Ihnen

ideale Grüße

Silvio Stein